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Horrorszenarien



Heute hatten wir im Sprachkurs en recht interessantes Thema. Auch wenn ich nicht behaupten kann dass ich mich jetzt beruhigt fühl... Eigentlich hatten wirs von so typischen Sätzen, die im Alltag immer mal wieder vorkommen und wie man darauf am besten antwortet. Also zum Beispiel wenn jemand niest, wenn man von jemand auf der Straße angesprochen wird oder nach Feuer gefragt wird. Dabei hat sich schon herausgestellt dass die Franzosen ziemlich oft einfach nur was sagen um nen Einstieg in ne Unterhaltung zu kriegen. Wenn also ein Franzose dich einfach nur fragt "Wie gehs?" und man dann antwortet "ja gut danke" oder sowas in der Art ist damit die Unterhaltung nicht erstmal beendet, sondern sie fängt dann erst richtig an. Und wenn man keine Lust hat mit dem zu reden darf man niemals sagen dass es einem gut geht, sondern man muss dann sagen "heut gehts mir gar nicht gut" oder so was in der art.

So sind wir dann drauf gekommen, was man am besten sagt, wenn man nach der Handynummer gefragt wird (nämlich "Das ist die Nummer von meinen Eltern" )oder wenn jemand Geld haben will. Eine von den Spanierinnen hat dann berichtet, dass sie mal abends als sie allein auf dem Weg zu ihrem Wohnheim war angesprochen wurde (von ein paar Typen im Auto die extra angehalten haben nur um sie dumm anzumachen) (Hier heißt die Antwort "Nein danke, ich kenn den Weg schon" ). Das war so ungefähr an der gleichen Stelle (nämlich direkt neben dem Campusgelände) an der Janka vor ein paar Wochen eine tolle Begegnung hatte: Janka kommt aus der Hamburger Gegend und ist die einzige von ihrer Hochschule. Außerdem wohnt sie im Bâtiment C, also dem so ziemlich veratztesten Wohnheim der Uni und das auch als eine der wenigen Erasmusstudenten. Auf jeden Fall war sie eines Abends bei uns im Wohnheim zum Film gucken. Als sie dann wieder zurück zu ihrem gelaufen ist (schätzungsweise 15-20 Minuten zu Fuss) kam ausm Gebüsch ein nackter Mann gesprungen. Sie ist dann am nächsten Tag gleich zu Mme Pons, die mit ihr zusammen dann ne Anzeige bei der Polizei aufgegeben hat. Außerdem hat sie ein paar Stunden bei nem französischen Psychologen verordnet gekriegt. Seitdem laufen wir immer zuerst mit ihr zum Wohnheim und dann erst zu unserem wenn wir was zusammen machen.

Wenn man von unserem Wohnheim den direkten Weg zum Match (=Supermarkt) nimmt, muss man an Sozialwohnungsblocks vorbei (für die, die schonmal da waren: das Haus mit Loch). Als Elena neulich allein zum Einkaufen gelaufen ist, wurde sie auch mal wieder von den Franzoen angesprochen (ist ja schon nix neues mehr, das machen die ja ständig). Nur doof dass der dann plötzlich im Match neben ihr stand und unbedingt die Handynummer haben wollte. Laurence (unsere Sprachkurslehrerin) hat schon gesagt, wenn wir Abends noch irgendwas machen, sollen wir immer mindestens zu dritt heimlaufen. Zu zweit ist nicht besser als allein. (Und wir haben dann in Gedanken noch ergänzt: Immer schön das Pfefferspray bereit halten!)

Außerdem hat uns Laurence noch erzählt, was in den vorherigen Jahren alles so passiert ist: Einer deutschen Studentin wurden die Kennzeichen vom Auto geklaut. als sies dann bei der Polizei gemeldet hat, hat sich herausgestellt, dass die Kennzeichen an ein anderes Auto montiert wurden und damit ein Raubüberfall begangen wurde. Zwei andere Studentinnen waren grade fertig damit, aus ihrer Wohnung auszuziehen, hatten die Sachen schon im Auto (wohlgemerkt so, dass man von außen nicht gesehen hat dass was drin war), das Auto war abgeschlossen und sie sind nur nochmal kurz 2 Minuten reingegangen um dem Hausmeister den Schlüssel abzugeben. Als sie wieder rausgekommen sind war der Kofferraum offen und alles war weg. In den Berichten in Schwenningen hat ja auch eine geschrieben, dass sie eines schönen Wochenendes ohne Scheibe heimfahren durfte, weil die jemand eingeschlagen hat. Außerdem ist es anscheinend schon vorgekommen, dass jemand ein Jahr im Wohnheim gewohnt hat, und nach einem jahr innerhalb vom Haus umgezogen ist. Davor hat er allerdings seinen Schlüssel nachmachen lassen und ist dann irgendwann einfach in sein altes Zimmer marschiert und hat Sachen mitgehen lassen.

Außerdem ist das Elsass eines der départments wo die Front national (eine ziemlich rechte, ausländerfeindliche Partei) viele anhänger hat. Laurence hat uns gesagt, dass sogar sie als ein "Ausländer" betrachtet wird, der den Einheimischen einen Arbeitsplatz wegnimmt, obwohl sie nur aus einem anderen Teil Frankreichs kommt. Und die Arbeitslosigkeit ist in Mulhouse die höchstein der ganzen Region. Das ist doch mal ne ganz tolle Kombination.

Nach diesesn ganzen guten Nachrichten geh ich jetzt erstmal schlafen, und ich hoff ihr könnt es auch noch (insbesondere du Mum)

Grüßle

13.10.09 23:08


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